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Heinz-Sielmann-News: Der Hausrotschwanz ist das Gartentier des Jahres 2024

Er zählt zu den absoluten Frühaufstehern im Vogelreich und ist ein häufiger Gartengast: Der Hausrotschwanz ist mit großem Abstand zum „Gartentier des Jahres 2024“ gewählt worden.

Mit einem Wahlergebnis von 42,8 Prozent ist der Hausrotschwanz bei der diesjährigen Gartentierwahl als klarer Sieger hervorgegangen. Er erhielt 4.363 der insgesamt 10.202 abgegebenen Stimmen. Die Zauneidechse belegt den zweiten Platz mit 2.181 Stimmen. Ebenfalls zur Wahl standen in diesem Jahr der Rotfuchs (1.687 Stimmen), der Tigerschnegel (1.078 Stimmen), die Zebraspringspinne (490 Stimmen) und der Ligusterschwärmer (403 Stimmen).

 „Der Hausrotschwanz ist mit seinem markanten Gefieder und Gesang leicht zu erkennen und obendrein ein faszinierender Flugkünstler und Insektenfänger. Kein Wunder also, dass er zu den beliebtesten tierischen Gartengästen gehört, wie die diesjährige Gartentierwahl zeigt. Als anpassungsfähiger Kulturfolger kommt der Hausrotschwanz bei uns noch häufig vor und seine Bestände sind stabil. Das unterscheidet ihn von vielen anderen Vogelarten. Vom dramatischen Vogelsterben in unseren Landschaften ist er bisher kaum betroffen“, erklärt Florian Amrhein, Pressesprecher der Heinz Sielmann Stiftung.

Zwitschern, Pause, Knirschen, Zwitschern

So etwa lässt sich der typische Gesang des Hausrotschwanzes beschreiben. Bereits im März kann man ihn bei uns hören. Dabei beginnt er nicht nur früh im Jahr, sondern auch früh am Tag: Bis zu zwei Stunden vor Sonnenaufgang singt der männliche Hausrotschwanz schon seine Lieder. Damit zählt er zu den absoluten Frühaufstehern unter den heimischen Singvögeln. Auch tagsüber ist er ein ausdauernder Sänger, der durchaus mehrere Stunden lang zwitschert.

Um ihn zu entdecken, hilft oft der Blick nach oben: Hausrotschwänze suchen sich als Singwarten gern frei- und hochliegende Orte. Baumkronen zählen dazu, Gipfel von Steinhaufen und die Giebel von Dächern. Das Gefieder der Männchen ist anthrazitfarben, das der Weibchen eher bräunlich. Gemeinsam ist ihnen der namensgebende rostrote Schwanz, der sich selbst aus der Entfernung noch gut erkennen lässt. Er zittert häufig auf und ab, vor allem beim Singen, vom Vogel oft begleitet durch Knicksen und Wippen. Häufig verwechselt wird der Hausrotschwanz mit seinem engen Verwandten, dem Gartenrotschwanz, der entgegen seines Namens deutlich seltener in unseren heimischen Gärten vorkommt.

Klimawandel beeinflusst Zugverhalten

Der Hausrotschwanz ist dagegen ein regelmäßiger Gartenbesucher. Hier jagt er Insekten, später im Jahr ergänzt er seine Ernährung durch Beeren. Ursprünglich lebte er bevorzugt in Bergregionen und war ein klassischer Felsenbrüter. Doch wie es sein Name andeutet, hat der Hausrotschwanz über die letzten 250 Jahre zunehmend menschliche Baustrukturen als Quartier entdeckt: Hausfassaden, Dachgiebel und Mauern etwa. Hier sucht er sich kleine Nischen, in denen er sein Nest bauen kann. Bei der Wahl seines Nistplatzes ist er eher anspruchslos. Sanierungen von Hausfassaden und Dächern können allerdings auch ihn aus seinem Revier verdrängen.

Bis zu drei Mal im Jahr brütet der Hausrotschwanz, während er in Mitteleuropa weilt. Die Monate zwischen November und März verbringt er meist in seinem Überwinterungsgebiet, das von Nordafrika bis in den Nahen Osten reicht. Im September und Oktober, kurz vor der Abreise, kann man die Männchen noch einmal deutlich singen hören. Sie bekräftigen damit schon mal ihren Revieranspruch – für die Zeit nach ihrer Rückkehr aus der Überwinterung. Infolge des Klimawandels kommt es aber immer häufiger vor, dass der Hausrotschwanz deutlich kürzere Strecken zieht oder die Reise nach Süden gar nicht mehr antritt und in unseren Gefilden überwintert.

Mit naturnahen Gärten wertvolle Lebensräume schaffen

Die Publikumswahl zum „Gartentier des Jahres“ wird bereits seit 2010 von der Heinz Sielmann Stiftung veranstaltet. Mit der Aktion macht die Stiftung auf die ökologische Bedeutung von Gärten und zugleich auf den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft aufmerksam.

Der Text stammt von der Heinz-Sielmann-Stiftung und ist hier zu finden.